Gastronomie in Dänemark – von Butterbrot bis Nordic Cooking

Gastronomie in Dänemark – von Butterbrot bis Nordic Cooking

Wer im Ferienhaus seinen Urlaub verbringt, hat nicht jeden Tag Lust selbst zu kochen. Dann lohnt sich ein kulinarischer Ausflug in die dänische Küche, die für jeden Geschmack etwas zu bieten hat. Von den delikat belegten Butterbroten, die die Dänen liebevoll smørrebrød nennen, hat jeder schon einmal gehört. Doch die landestypische Küche bietet von herzhaft bis süß noch weit mehr: Vor allem frischer Fisch und saisonales Gemüse haben in den Restaurants einen hohen Stellenwert. Die Neue Nordische Küche ist sogar weltbekannt und mehrfach mit Sternen ausgezeichnet.

Das Angebot an Gaumenfreuden reicht dabei von bodenständig und günstig bis raffiniert und gehoben. Selbstversorger werden bei der reichen Auswahl an Marktständen fündig und bekommen Fisch und Gemüse in bester Qualität – direkt vom Erzeuger aus Dänemark. Also lassen Sie sich von den vielseitigen Genüssen verzaubern und schlemmen Sie sich durch die dänischen Delikatessen!

Essen und Trinken in Dänemark – die Dänen mögen’s deftig

Die dänische Küche ist voller Gerichte, die herzhaft und deftig zubereitet werden. Fleisch und frischer Fisch gehören ebenso zu den landestypischen Spezialitäten wie Kartoffeln, Kohl, eingelegte Gurken und Rote Bete. Einzig zum Kaffee darf es auch etwas Süßes sein: Gebäckteilchen, allgemein als Kopenhagener oder Dänischer Plunder bekannt, erfreuen den Gaumen zur Nachmittagszeit. Diese Teilchen sind oft mit Creme oder Marzipan gefüllt und erinnern an die Wiener Backkunst. Daher stammt auch der Name wienerbrød. Typisch dänisch sind außerdem Zimtstangen und Zimtschnecken.

Als Imbiss zwischendurch erfreuen sich røde Pølser großer Beliebtheit: Diese roten Bockwürstchen aus Schweinefleisch gelten als dänische Spezialität und sind an vielen Imbissständen erhältlich. Die Einheimischen packen die Wurst in ein Brötchen und machen mit Röstzwiebeln, Gurken, Senf und Ketchup einen Hot Dog daraus.

Absolute Nummer eins unter den Lieblingsgetränken ist erwartungsgemäß das Bier. Immerhin ist Dänemark für seine großen Brauereien berühmt, darunter Carlsberg und Tuborg. Das Bier kommt aus der Flasche, eher selten wird aus dem Fass gezapft. In den letzten Jahren haben einheimische Weinsorten an Qualität gewonnen und erobern sich allmählich ihren Platz in den Lokalen zurück.

Landestypische Spirituosen gibt es ebenfalls: Der goldgelbe Kümmelschnaps Aalborg Aquavit und der rubinrote Kräuterbitter Gammel Dansk unterstützen nach einem reichhaltigen Mahl die Verdauung. Tagsüber trinken die Dänen aber vor allem eins: Kaffee. Wenn Sie in einem Café eine Tasse bestellen, bekommen Sie gratis nachgeschenkt, so viel Sie wollen.

Smørrebrød – Butterbrote für Feinschmecker

Jeder kennt es, viele lieben es: Smørrebrød wird in Dänemark üblicherweise zur Mittagszeit als frokost-Gericht verzehrt, am liebsten mit einem Glas Bier. Viele Restaurants haben auf ihrer Speisekarte einen extra Bereich für die belegten Brote oder haben sich ganz auf darauf spezialisiert. Wer eine frokost-Platte bestellt, wird eine Variation verschiedener Brot-Kreationen erhalten.

Die Basis der weltbekannten kulinarischen smørrebrøds ist eine Scheibe Grau- oder Weißbrot. Doch was dann damit passiert, kann bäuerlich-schlicht bis extravagant-kunstvoll sein: Der Belag dieser Butterbrote reicht von Schinken bis Fischfilet, Krabben und Krebsfleisch krönen die Gourmet-Variationen. Dazu gesellen sich Kapern, Zwiebeln oder Radieschen und vielleicht noch ein Klecks Mayonnaise.

Die beliebtesten Kombinationen sind dabei Räucherhering mit Eigelb, Radieschen und Schnittlauch, Schweinebraten mit Rotkohl, Äpfeln und Backpflaumen oder einfach nur Roastbeef mit Pickles. Sämtliche Varianten mit Räucherlachs sind ebenfalls auf fast jeder Karte zu finden. Machen Sie sich also auf ein ungewöhnliches Butterbrot-Erlebnis gefasst.

Die dänische Küche

Grundlegend für die dänische Kochkunst sind frische Zutaten direkt aus der Landwirtschaft oder Fischerei. Kein Wunder also, dass in Restaurants überwiegend Fischgerichte mit Gemüse-Beilagen angeboten werden. Doch so simpel das Geheimrezept auch klingt: Die Vielfalt an verschiedenen Delikatessen ist schier unendlich. Allein die Sorten an Fisch und Meeresfrüchten machen die Speisen abwechslungsreich und zum Geschmackserlebnis. Lachs, Heringe, Aal, Flunder, Scholle, Krabben, Austern, geräuchert, gegrillt, gebeizt, gebraten – die Zubereitungsmöglichkeiten sind vielseitig.

Natürlich finden sich auch jede Menge Fleischgerichte auf den Speisekarten: Vor allem im Landesinneren werden in Dänemark gern Schweinefleisch, Gans und Ente gegessen, am liebsten mit Kartoffeln und dicker Soße. Frikadellen sind ebenfalls in verschiedenen Varianten Teil des Menüs.

Wer nach dem Hauptmahl noch etwas Süßes zum Dessert möchte, findet vielerorts Rote Grütze mit Sahne (rødgrød med fløde) und Obst-Kompott (sødsuppe). Auch hier werden meist frische Früchte aus eigenem Anbau verarbeitet. Zu den dänischen Spezialitäten zählt außerdem Ymer, ein joghurtähnliches Milchprodukt, das mit gezuckerten Schwarzbrotkrümeln bestreut wird.

Weltweit bekannt: Nordic Cooking

Zurück zu den Wurzeln heißt es seit einigen Jahren in der dänischen Gastronomie. Unter dem Begriff „Nordic Cooking“, auch als Neue Nordische Küche bezeichnet, wurde die urtümliche Art zu kochen weltweit berühmt. Dabei besinnen sich die Köche wieder auf regionale und saisonale Zutaten, die aus dem Meer, vom Land und aus den Wäldern zusammengetragen werden. Heimischer Fisch fangfrisch vom Kutter, selbst gesammelte Wald- und Wiesenkräuter und Fleisch vom Öko-Bauern bilden dabei die Basis der simplen bis extravaganten Koch-Kreationen.

Essen gehen in Dänemark – von günstig bis gehoben

Am liebsten kochen und essen die Dänen zu Hause. Doch hin und wieder darf es ein Restaurantbesuch mit Freunden sein – dann aber gerne ausgiebig und gesellig. Dabei unterscheiden sich die Gaststätten auf dem Land von denen in der Stadt. Während man in den Großstädten bevorzugt Restaurants der gehobenen Kategorie besucht und sich von kulinarischen Genüssen aus anderen Ländern inspirieren lässt, geht man in ländlichen Gegenden lieber in die ortsansässigen Kros („Krug“). Dort steht meist schlichte Hausmannskost auf der Karte, die jedoch äußerst schmackhaft zubereitet wird. Der Norsminde Kro wurde beispielsweise 2012 als beste Speisestätte des Landes ausgezeichnet.

In Kopenhagen sind hingegen die Sterneköche zu Hause, die das Nordic Cooking perfektionieren. Allein im Jahr 2017 wurden 15 Restaurants vom „Guide Michelin“ in den Sternenhimmel erhoben. Das international bekannteste Lokal ist das Noma, das bereits mehrfach vom britischen „Restaurant Magazine“ zum besten Restaurant der Welt gekürt wurde.

Doch auch Urlauber mit kleinem Geldbeutel werden in Dänemark genussvoll satt: Viele Restaurants bieten Drei-Gänge-Menüs zum günstigen Preis an. Vor allem Rindersteaks, Hacksteaks und Lachs-Kreationen stehen fast überall auf der Karte. Wer sich im Urlaub außerhalb der Ferienhaus-Anlage kulinarisch verwöhnen lassen möchte, sollte jedoch vorher wissen, dass die Preise in dänischen Restaurants höher sind als in Deutschland. In Dänemark ist die Bedienung mit 15 % bereits im Preis enthalten, zusätzlich ist die Umsatzsteuer mit 25 % recht hoch.

Frühstück, Mittag, Abendbrot – die dänischen Mahlzeiten

Morgenmad zum Frühstück, frokost zur Mittagszeit und middag gibt’s erst am Abend – die Bezeichnungen der dänischen Mahlzeiten sorgen bei Urlaubern immer wieder für Verwirrung. Dabei sind die Gewohnheiten gar nicht so viel anders: Zum morgenmad zwischen 7 und 10 Uhr gibt es Brötchen, Eier, Käse, Wurst, Marmelade und Gebäck, also ähnlich den Frühstücks-Gepflogenheiten in Deutschland. Dazu wird Bohnenkaffee oder Tee gereicht. Allerdings beginnen die Dänen den Tag auch gerne deftig mit Hering in verschiedenen Zubereitungsarten.

Als frokost verzehren die Einheimischen zwischen 12 und 14 Uhr meist kalte Mahlzeiten, vor allem ihr landestypisches smørrebrød. Für den kleinen Hunger am Nachmittag holt man sich einen Hot Dog mit Pølser oder isst ein Plunderteilchen. Wie in vielen südlichen Ländern speisen die Dänen am liebsten abends nach getaner Arbeit. Gegen 18 bis 20 Uhr gibt‘s middag, die Hauptmahlzeit des Tages, bei der oft reichhaltig geschlemmt wird.

Alternativ zu dieser Hauptmahlzeit kann auch eine weniger opulente Brotzeit mit kalten Speisen serviert werden. Dieses Abendbrot heißt aftensmad. Bei festlichen Anlässen wird nach dem Abendessen gerne noch ein Mitternachts-Snack (natmad) in Form von Kuchen oder einer Käseplatte gereicht.