Bernstein – das Gold des Nordens

Muscheln suchen kannst Du überall, Bernstein findest Du hingegen insbesondere in Dänemark häufig: Ob mit Kindern oder alleine – der Ehrgeiz, ein Stück echtes Bernstein zu finden, ist groß. Wer einmal damit angefangen hat, wird bei jedem weiteren Strandspaziergang unweigerlich genauer auf den Boden schauen. Im Tang könnte sich ein ungeahnter Schatz verbergen, den es zu entdecken gibt.

Die Farbe erinnert an Gold und die Besonderheit eines Fundes macht die Strandwanderung zum Abenteuer. Die Bernsteinsuche ist außerdem ein absolutes Highlight für Deine Kinder. Beim Spielen am Strand haben Deine Kleinen eine Aufgabe, die vielleicht mit einem Erfolgserlebnis belohnt wird. Verpacke die Bernstein-Expedition zum Beispiel in eine kleine Geschichte, bei der die Schatzsucher ihre Phantasie wunderbar spielen lassen können.

Wie entsteht der Bernstein?

Von honiggelb bis karamellbraun ist die Färbung der Steine, die aus fossilem Baumharz bestehen. Dieses Harz kommt ursprünglich aus Nadel- oder Laubbäumen und ist auf den urzeitlichen Boden getropft. Oft ist sogar ein Insekt als Inkluse darin eingeschlossen und zeugt von früheren Lebensformen. Nachdem das Land vom Meer überschwemmt wurde, hat sich das Baumharz unter dem hohen Druck verhärtet und ist zu Stein geworden – dem Rohbernstein.

Bernstein am Strand
Bernstein erkennen: Wachsame Augen können das Gold der Ostsee am Strand finden.

Wie erkennt man echten Bernstein?

Hast Du den Verdacht, einen Bernstein gefunden zu haben, kannst Du ihn einigen einfachen Echtheitstests unterziehen. Ob es sich bei Deinem Fund um ein Stück Glas, einen braungefärbten Kiesel oder echten Bernstein handelt, kannst Du mit folgenden Methoden testen:

  • Direkt vor Ort klopfst Du mit dem Fundstück an Deine Zähne. Fühlt es sich weicher an als ein normaler Stein, könnte es sich tatsächlich um ein Stück des veredelten Harzes handeln.
  • Bernstein leichter und wärmer als Stein.
  • Wenn Du ein Feuerzeug an den Stein hältst und er riecht nach Harz, scheint er ebenfalls echt zu sein. Doch Vorsicht: Bernstein entzündet sich leicht und brennt. Er wird deshalb auch Brennstein genannt.
  • Wer ganz sicher sein will, benutzt die Schwimmprobe, rührt zu Hause 160 Gramm Kochsalz in einen Liter Leitungswasser. Bernsteine schwimmen aufgrund ihrer geringeren Dichte oben, normale Steine sinken auf den Boden. Aber Achtung: Mit Süßwasser funktioniert das nicht!
  • Auch acetonhaltiger Nagellackentferner eignet sich für einen Echtheitstest. Einfach ein Wattestäbchen tränken und gegen den Stein reiben: echter Bernstein färbt nicht ab.
  • Reib den Stein an einem Wollpullover. Lädt er sich statisch auf und zieht Papierschnipsel an, handelt es sich um Bernstein.

Hast Du Dich von der Echtheit des Bernsteins überzeugt, kannst Du ihn behalten, als Schmuckstück verarbeiten lassen oder verkaufen. Der Wert des Bernstein ist dabei von verschiedenen Faktoren abhängig, wie etwa den Einschlüssen, der Farbe und der Größe des Steins.

Ferienhäuser für Schatzsucher

Im Urlaub hast Du ausgiebig Zeit, Dich auf die Suche nach Bernstein zu machen. Strandspaziergänge mit Ziel sind sogar richtig meditativ und tragen sehr zur Erholung bei. Miete Dir einfach eines der entzückenden Ferienhäuser an einem der Strände mit hohem Bernstein-Vorkommen – und die Schatzsuche beginnt direkt vor Deiner Haustür.

Mädchen im Watt in Dänemark

In folgenden Regionen sind die Chancen auf einen Bernsteinfund recht gut: Blåvand, Rømø, Fanø, Esbjerg und Ålborg. Generell sind an der dänischen Nordseeküste mehr Bernsteinsucher unterwegs, da das Gewässer kühler und stürmischer als die Ostsee ist und somit bessere Voraussetzungen für einen Fund liefert.

Bernstein am Strand erkennen

Vor 30 bis 50 Millionen Jahren entstand Bernstein im Gebiet rund um die Nord- und Ostsee. Damals war die Küste Dänemarks von Wäldern durchzogen, die vor allem aus harzhaltigen Kiefern bestanden. Mit dem steigenden Meeresspiegel wurde das Harzgestein dann einfach mitgeschwemmt.

Beim Spaziergang am Strand macht das Ausschau halten nach dem Gold des Nordens den Kleinen und Großen Spaß. Es lohnt sich dabei, auch im seichten Wasser nach Bernstein zu suchen. Nur ein kleiner Teil wird an den Strand gespült; die Chancen sind gut, im Niedrigwasser fündig zu werden. Ein großer Teil des Bernsteins wird mit dem Wasser wieder ins Meer zurückgespült.

Neben dem baltischen Raum ist Dänemark eines der Gebiete, wo Bernstein häufig an Land gespült wird. Immer mehr Urlauber verbinden ihre Ferien auf der Suche nach dem versteinerten Harz mit ausgiebigen Spaziergängen am Strand. Bernstein wurde schon vor tausenden Jahren an verschiedenen ORten der Erde als Schmuckstein genutzt, zahlreiche Mythen ranken sich um das kostbare Harz. Auch die Legenden um das verschwundene Bernsteinzimmer üben noch immer einen Zauber aus. Im Kunsthandwerk widmen Künstler Schnitzereien aus dem goldgelben Material. In Dänemark finden sich zahlreiche Meister, die ihre Werke und Schmuckstücke zum Verkauf anbieten.

Bernstein erkennen an der Ostsee – Fundorte für Dich

Gute Aussichten auf einen Bernsteinfund hast Du an den Nordsee-Stränden von Rømø und Fanø, ebenso nördlich und westlich von Esbjerg, beispielsweise in Vejers Strand. Auch Blåvand gilt als beliebtes Ziel für die Bernsteinsuche. Nach stürmischen Tagen erhöhen sich die Chancen, dass ein paar der goldgelben Schätze an Land gespült werden. Warte nach einem Sturm am besten drei bis vier Fluten ab, dann werden die schönen goldfarbenen Klumpen vielleicht sichtbar, wenn sich das Meer zurückzieht. Ein weiterer Tipp: Die wertvollen Steinchen verstecken sich unter Algen, Seetang und Holzstücken, nicht zwischen Kieseln und Steinen. Bei Ebbe glänzen sie im Sonnenlicht und bringen die Augen des Finders zum Leuchten.

Bernstein-Karte Dänemark

Bernstein-Karte Dänemark

Allerdings ist bei Sammlern viel Geduld gefragt, denn häufig sind es Glasscherben, die auf den ersten Blick wie ein Bernsteinfund aussehen. Die edlen Stücke können manchmal auch bläulich, rötlich, dunkelbraun oder grünlich gefärbt sein. Ein ungeübtes Auge kann den Unterschied nur schwer erkennen.

In den kälteren Monaten werden die noblen Steinchen häufiger angespült als im Sommer. Das liegt daran, dass das Meerwasser mit vier Grad Celsius eine höhere Dichte aufweist als das aufgewärmte Meer in den Sommermonaten. Doch selbst dann lohnt sich immer ein genauer Blick auf den Boden, vielleicht hat die sommerliche See ja doch ein paar ihrer Goldstücke hergegeben.

Ausgerüstet mit Gummistiefeln und einem Kescher steigen die Erfolgschancen ebenfalls an. Denn nur ein kleiner Bruchteil der Harzsteine wird tatsächlich mit der Brandung ans Ufer geschwemmt. Der größte Teil schwimmt weiterhin im Wasser und lässt sich vielleicht mit dem Netz angeln.

Noch ein wichtiger Tipp für Bernstein-Neulinge: Der frühe Vogel fängt den Wurm – oder in diesem Fall den Bernstein. Erfahrene Sammler machen sich schon in den frühen Morgenstunden auf die Suche. Wer zu spät an den Strand kommt, geht oft leer aus.

Bernstein – von Schmuck bis Deko

Wer sich nach dem Sammeln ein wenig mehr über die Geschichte und Verarbeitungsweise von Bernstein informieren möchte, kann das beispielsweise in Hojers Ravsliberi in Hjørring tun. Eine riesige Bernstein-Ausstellung gibt es außerdem im Esbjerg-Museum zu bestaunen. Hier zeigen mehrere hundert Bernstein-Exponate von Schmuck bis Kunstwerk, wie vielseitig die Verarbeitung des Gesteins sein kann. In Oksbøl kannst Du ebenfalls eine interessante Ansammlung von Bernsteinen besichtigen. In der Bernsteinschleiferei in Sæby bekommst Du einen direkten Einblick in die kunstvolle Produktion von Schmuck aller Art.

Bernstein-Schmuck
Bernstein – von Schmuck bis Deko: Bernstein lässt sich wunderbar zu schönen Souvenirs verarbeiten.
Bernstein-Schmuck

In ganz Dänemark nimmt Bernstein einen hohen Stellenwert ein. In fast jeder Ortschaft – vor allem an den Stränden mit hohem Bernstein-Vorkommen – befindet sich ein Laden, in dem Du die goldenen Steinchen als wunderschönes Souvenir erwerben kannst. Über Bernsteinschmuck als Mitbringsel freuen sich bestimmt viele Daheimgebliebene. Sehr beliebt sind Steine mit besonderen Einschlüssen (Inklusen) als originellem Hingucker. Ein kleiner Tipp: Frag beim Kauf einmal nach, ob es sich bei dem ausgesuchten Bernsteinschmuck um sogenannten "Pressbernstein" handelt. Das sind eingeschmolzene kleine Bernsteinstücke, die durch Autoklavieren – eine Methode zur Behandlung verschiedener Stoffe unter Hitze und Druck – zu einem Stein gefertigt werden.

Bernsteine als Souvenir – vom Naturbernstein zum Andenken

Wer einen Naturbernstein am Strand findet, könnte zunächst leicht enttäuscht sein. Diese sind nämlich nicht schön glänzend und weisen meistens eine Verwitterungsrinde auf, die den Bernstein trübe und matt aussehen lässt. Die glänzenden Bernsteine aus den zahlreichen Shops und Läden haben dagegen schon einen längeren Weg hinter sich.

Im ersten Schritt ...
werden die Rohbernsteine nach Größe sortiert und mit einer Lampe durchleuchtet. Dabei können die Bernsteine nicht nur auf ihre Echtheit geprüft werden, auch kleine Einschlüsse, sogenannte Inklusen, können erkannt werden. Nachdem sie den Echtheitstest der Profis bestanden haben, kommen die meisten Bernsteine zur Sägestation. Dort werden die Rohbernsteine für die Weiterverarbeitung in die richtigen Formen gesägt. Größere Bernsteine werden dabei zusätzlich mit einem Diamanten bearbeitet, um die Verwitterungsrinde der Bernsteine zu entfernen.

Im nächsten Schritt ...
werden die Rohbernsteine in einem sogenannten "Autoklaven" bei 180 - 200 Grad und hohem Druck aufgeklärt und Trübungen entfernt. Abhängig von der Länge der Erhitzung entstehen bei den Gesteinen die typische Cognacfarbe und die sogenannten "Sonnenfinten". Das sind kleine Sprünge im Inneren des Gesteins, welche vermutlich schon durch die Hitze der Natur im Bernstein entstehen.

Im letzten Schritt ...
der Verarbeitung wird aus dem kleinen unscheinbaren Naturbernstein der goldene Bernstein, welcher in vielen Souvenirshops zu finden ist. Dafür werden die Bernsteine ein letztes Mal geschliffen.

Eine besondere Art des Bernsteins sind die Pressbernsteine, dafür werden kleine Naturbernsteine genommen und zu einem größeren Bernstein verschmolzen.