Wer seinen Urlaub in Dänemark verbringt, kommt um einen Besuch in Kopenhagen kaum herum. So idyllisch wie diese Hauptstadt liegen nur wenige andere Metropolen. Umgeben von Ostsee und Kattegat krönt sie die Ostküste von Seeland. Touristen erfreuen sich am altertümlichen Hafenviertel, Kulturliebhaber strömen in die zahlreichen Museen; und sogar Shopping-Fans kommen bei entzückenden Boutiquen voll auf ihre Kosten.

Kopenhagen ist mit rund 600.000 Einwohnern nicht nur die größte Stadt des Landes, sie ist auch zentraler Punkt für das politische Geschehen und Hauptresidenz der Königsfamilie. Obwohl sich die beschauliche Hafenstadt zur Industrie-Metropole gewandelt hat, besitzt sie immer noch ihren einzigartigen Charme. Wasser ist das vorherrschende Element: Kanäle und Hafenbecken prägen das Stadtbild, denn Kopenhagen besteht aus vielen kleineren Städtchen, die sich zur Großstadt zusammengeschlossen haben.

Die Einwohner fühlen sich wohl, das kann man an der allzeit entspannten Atmosphäre in den Straßen Kopenhagens erkennen. Bei schönem Wetter trifft man sich am Strand, eine Fülle von Straßencafés bietet Gelegenheiten, sich nach dem Stadtbummel gemütlich von der Sonne wärmen zu lassen.

Die Geschichte Kopenhagens

Im Jahre 1167 bekam Bischof Absalon als Dank für seinen Einsatz im Kampf um die Krone von Waldemar I. das Fischerörtchen København geschenkt. Kurz darauf errichtete er dort eine Burg und legte damit den Grundstein für die künftige Landeshauptstadt. Schon damals florierte der Ostseehandel aufgrund der günstigen Lage. 1417 erklärte Erik VII. Kopenhagen zur Residenz, seitdem hat die königliche Familie dort ihren Hauptsitz.

Im 17. Jahrhundert entstanden unter Christian IV. einige prächtige Renaissance-Gebäude. Später breitete sich der barocke Baustil aus, der noch heute in Nyhavn bewundert werden kann. Da die Stadt erst ab Mitte des 19. Jahrhunderts aufgrund einer Cholera-Epidemie über den Schutzwall hinaus expandierte, ist das Stadtbild bis heute deutlich sichtbar in Altstadt und neuen Teil getrennt. Inzwischen gilt Kopenhagen als Vorbild für nachhaltigen Städtebau und wurde 2014 zur „Europäischen Umwelthauptstadt“ ernannt.

Die Kopenhagener – liebenswert und weltoffen

Wer kann in einer so schönen Stadt schon schlechte Laune haben? Die Kopenhagener sicherlich nicht, sie gelten generell als freundliche Menschen, die Urlaubern gegenüber sehr aufgeschlossen sind. Etwa ein Viertel aller Dänen wohnt in oder um Kopenhagen herum. Kein Wunder also, dass in der Altstadt immer was los ist. Obwohl in den Einkaufsstraßen und am Hafen oft reges Treiben herrscht, ist Hektik für Einheimische ein Fremdwort. Geselligkeit und Freude am Leben bestimmen die Mentalität, deshalb fühlen sich Urlauber in der Metropole so willkommen.

Sehenswürdigkeiten in Kopenhagen – immer einen Besuch wert

In der ältesten Monarchie Europas bestimmen damals wie heute Schlösser und königliche Residenzen das Stadtbild. Kopenhagen ist jedoch auch für seine moderne Architektur bekannt, das neue Opernhaus zum Beispiel oder der schwarze Diamant, die Erweiterung der Königlichen Bibliothek. Besonders beliebt und Kulisse zahlreicher Erinnerungsfotos ist das Stadtviertel Nyhavn. Die dicht aneinandergereihten bunten Häuser beherbergen Kneipen und Restaurants. Einheimische und Besucher nutzen die Lage direkt am Wasser, um in den zahlreichen Straßencafés die Abendsonne zu genießen.

Prunkvolle Schlösser und eindrucksvolle Kirchen

Auch die Hafenpromenade hat ihre Reize. Schlenderst Du von dort durch den Amalienhave Park, gelangst Du direkt zum Schloss Amalienborg, wo die Königsfamilie residiert. Ist die dänische Flagge gehisst, befindet sich die dänische Königin Margrethe II. in der Stadt. Für Touristen ist die tägliche Wachablösung um 12 Uhr immer wieder ein gern gesehenes Spektakel. Es gibt noch weitere Schlösser zu besichtigen: Eine aus Sandstein gebaute Marmorbrücke führt über den Frederiksholms Kanal auf die Schlossinsel Slotsholmen. Dort steht das Schloss Christiansborg, Sitz des Parlaments, des Obersten Gerichtshofs und der Repräsentationsgemächer der Königin. Wer die funkelnden Kronjuwelen betrachten möchte, wird im Märchenschloss Rosenborg Slot fündig. Ebenfalls sehenswert ist Schloss Frederiksberg, das heutzutage die Militärakademie beherbergt. Lohnenswert ist ein Spaziergang durch die großzügige Grünanlage Frederiksberg Have, die das Gebäude umgibt und als Stadtpark frei zugänglich ist.

Wer sich mehr für die Baukunst von Kirchen interessiert, sollte sich die Marmorkirche, die Frauenkirche und die Holmens Kirke nicht entgehen lassen. Auf dem Weg durch die Innenstadt kommst Du am Rathaus vorbei: Wie ein Renaissancepalast erhebt sich der Klinkerbau, dessen Hauptportal eine vergoldete Statue des Stadtgründers ziert.

Tivoli, Christiania & kleine Meerjungfrau

Der Vergnügungspark Tivoli gehört als einer der bekanntesten der Welt ebenfalls zum Pflichtprogramm und liegt gut erreichbar in der Stadtmitte. Das mit 80 Metern höchste Karussell bietet nicht nur Spaß für Groß und Klein, sondern auch einen einzigartigen Ausblick über Kopenhagen. Abends verwandeln 150.000 kleine Lampen den Park in ein romantisches Lichtermeer.

Ungewöhnlich ist der Freistaat Christiania, der sich 1971 aus einer Gruppe Hausbesetzer und Hippies heraus gegründet hat. Doch Vorsicht: Fotografieren ist hier unerwünscht. Für Familien mit Kindern bietet sich ein Zoobesuch an. Der 1859 gegründete Tiergarten ist einer der ältesten und größten in Europa. Erwachsene können in Führungen der Carlsberg Brauerei bei der Bier-Produktion zusehen.

An ihr kommt niemand vorbei, denn sie ist ein wahrer Magnet für alle Kopenhagen-Besucher: Die kleine Meerjungfrau ist das Wahrzeichen Kopenhagens und erinnert an das berühmteste Märchen des dänischen Dichters Hans Christian Andersen. Sie liegt zwar ein wenig außerhalb der Innenstadt, idyllisch am Ufer des Langeliniekajs, ist jedoch gut mit Bus und Bahn zu erreichen.

Ein Bummel durch Kopenhagen

Über 1,8 Kilometer zieht sich die Shoppingmeile Strøget vom Rathausplatz bis zum Kongens Nytorv. Einkaufsfreudige können dort einen schönen Tag verbringen. Neben einer breiten Auswahl an Läden und Boutiquen gibt es dort in regelmäßigen Abständen bezaubernd angelegte Plätze, die mit ihren Sitzgelegenheiten ideale Orte für eine Verschnaufpause sind. Eine Reihe von Kneipen, Cafés und Restaurants bietet kulinarische Spezialitäten für eine Stärkung zwischendurch. Wer ein für typisches Mitbringsel sucht, wird in den Verkaufsräumen der Königlichen Porzellanfabrik fündig.

Bei einem gemütlichen Spaziergang durch die historische Altstadt kannst Du durch die Viertel Vesterbro, Nørrebro, Fredriksberg und Christianshavn flanieren. Wer nicht gut zu Fuß ist, nimmt Bus oder Bahn, denn Kopenhagen ist mit einem hervorragenden Nahverkehrsnetz ausgestattet. Einen ganz besonderen Reiz hat eine Stadtrundfahrt mit dem Schiff.

Kultur-Hauptstadt Kopenhagen

Museen gibt es in Kopenhagen wahrlich viele. Rund 50 Häuser widmen sich verschiedenen kulturellen Themen und Ausstellungen, von antik bis modern. 1996 war Kopenhagen sogar „Kulturhauptstadt Europas“ und macht dem Titel noch immer alle Ehre. Weltbekannt ist die Ny Carlsberg Glyptotek mit Nordeuropas größter Ansammlung antiker Kunstwerke. Auch die Malerei von Impressionisten wie Degas und Monet kannst Du dort bewundern. Nationalmuseum, Thorvaldsen Museum, Arbeitermuseum, Statens Museum for Kunst und das Guinness World Records Museum bieten eine breite Palette an sehenswerten Exponaten – für jeden Geschmack ist etwas dabei – und das größtenteils sogar kostenlos.

Kopenhagen hat sich mit seinen vielen Musik-Clubs zur Jazz-Hauptstadt Europas entwickelt. Im Sommer füllen die Klänge verschiedener Festivals die Straßen mit Musik. Auch Klassik wird seit Eröffnung der Neuen Oper immer populärer und zum Anziehungspunkt für Kultur-Begeisterte.

Essen in Kopenhagen

Du wolltest schon immer mal in einem Sterne-Restaurant speisen? In Kopenhagen hast Du die Gelegenheit dazu, 2017 wurden 15 Lokale mit mindestens einem Michelin-Stern ausgezeichnet. Weltbekannt ist darunter das Noma, das zu den besten Restaurants des Planeten zählt und sich sogar mit zwei Sternen schmücken darf. Ebenso berühmt ist das Geranium, dessen Küchenchef 2011 mit seinen regionalen Gerichten zum besten Koch der Welt gekürt wurde.

Imbissstuben und Gaststätten bieten dänische Spezialitäten für den kleinen Geldbeutel an. Gegrillter, fangfrischer Fisch und Krabben-Brötchen sind an jeder Ecke erhältlich, genauso wie die berühmten smørrebrøds. Steak- und Burger-Häuser gibt es in Kopenhagen ebenfalls in fast jedem Stadtviertel. In den Straßencafés liegen süße Teilchen, Zimtgebäck und dänischer Plunder verlockend in der Theke.

Anreise nach Kopenhagen

Mit dem Auto ist Kopenhagen ebenso gut zu erreichen wie mit dem Zug oder per Flugzeug. Über die Øresundbrücke lohnt sich ein Abstecher ins Nachbarland Schweden. Von Fünen und Lolland führen gut ausgebaute Autobahnen Richtung Kopenhagen. Rund um den Hauptbahnhof fahren zusätzlich täglich Fernbusse ab. Der Flughafen Kastrup befindet sich etwa zehn Kilometer südöstlich der Hauptstadt. Täglich gehen Flüge aus allen großen europäischen Städten nach Kopenhagen.

Wer mit dem Auto anreist, sollte innerhalb der City lieber auf die öffentlichen Verkehrsmittel umsteigen. Parken ist nur zeitlich begrenzt mit Parkschein erlaubt. Kopenhagen ist hervorragend vernetzt, die Verbindungen zwischen Bus, U-Bahn und S-Bahn sind bestens ausgebaut und modernisiert. Ein besonderes Highlight ist die führerlose Metro, die ihre Fahrgäste komfortabel zum gewünschten Ziel bringt. 2008 wurde die U-Bahn sogar zur besten der Welt gekürt.

Toller Tipp für Aktive und Familien: Leihe Dir kostenlos Fahrräder aus und erkunde die Stadt mit dem Rad. So kommst Du bequem und schnell zu allen Sehenswürdigkeiten und leistest nebenbei einen Beitrag zum Umweltschutz, denn dieser liegt den Menschen der Metropole Kopenhagen sehr am Herzen.